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Wenn Babys unter der Hitze leiden

  • Autorenbild: Daniela Schramm
    Daniela Schramm
  • 30. Juli
  • 10 Min. Lesezeit

So kommen Familien gut durch heiße Sommertage


Heiße Sommertage sind für Erwachsene bereits anstrengend. Für Babys können hohe Temperaturen jedoch eine noch größere Belastung darstellen. Säuglinge können ihre Körpertemperatur noch nicht so gut regulieren wie Erwachsene. Sie schwitzen weniger effektiv, erwärmen sich schneller und können gleichzeitig rascher Flüssigkeit verlieren.

Viele Eltern beobachten deshalb an sehr warmen Tagen, dass ihr Baby häufiger trinken möchte, schlechter schläft, schneller unruhig wird oder deutlich mehr Körperkontakt benötigt. Das ist zunächst nicht ungewöhnlich. Hitze ist für den kleinen Organismus ein zusätzlicher Regulationsreiz.

Mit einigen Anpassungen können Eltern ihrem Baby helfen, sicher und möglichst entspannt durch die heißen Tage und Nächte zu kommen.


Warum Babys bei Hitze häufig unruhiger sind


Ein Baby muss seine Körpertemperatur, seine Atmung, seinen Kreislauf, seine Verdauung und sein gesamtes Nervensystem noch wesentlich stärker regulieren als ein erwachsener Mensch. Kommt große Hitze hinzu, benötigt der Körper zusätzliche Energie.

Das kann sich zeigen durch:

  • häufigeres Aufwachen,

  • kürzere Schlafphasen,

  • vermehrtes Stillen oder häufigere Flaschenmahlzeiten,

  • stärkeres Nähebedürfnis,

  • Quengeln oder Weinen,

  • Schwierigkeiten beim Ablegen,

  • feuchte Haare oder einen verschwitzten Nacken,

  • gerötete Haut,

  • weniger Aktivität oder ungewöhnliche Müdigkeit.

Nicht jede Unruhe bedeutet sofort, dass dem Baby etwas fehlt. Manchmal braucht es an heißen Tagen einfach mehr Unterstützung bei der Regulation.


Stillen bei großer Hitze: häufiger anlegen ist meist ausreichend


Voll gestillte Babys benötigen in den ersten sechs Lebensmonaten normalerweise kein zusätzliches Wasser – auch nicht bei hohen Außentemperaturen. Muttermilch enthält ausreichend Flüssigkeit und passt sich den Bedürfnissen des Babys an.

Viele Babys möchten bei Hitze häufiger, dafür manchmal nur kurz trinken. Diese kurzen Stillmahlzeiten dienen häufig vor allem dem Durstlöschen. Die zu Beginn einer Stillmahlzeit fließende Milch ist vergleichsweise dünnflüssig und eignet sich gut zur Flüssigkeitsversorgung.

Eltern dürfen deshalb ganz unkompliziert nach Bedarf stillen:

  • das Baby häufiger anlegen,

  • keine festen Mindestabstände erzwingen,

  • auch kurze Stillmahlzeiten zulassen,

  • nachts zusätzliche Stillmahlzeiten ermöglichen,

  • auf frühe Hunger- und Durstzeichen reagieren.

Zu diesen Zeichen gehören beispielsweise Suchbewegungen, Schmatzen, das Öffnen des Mundes, das Herausstrecken der Zunge oder zunehmende Unruhe.

Zusätzliches Wasser oder Tee ist bei einem voll gestillten Baby unter sechs Monaten grundsätzlich nicht erforderlich. Häufigeres Stillen deckt den Mehrbedarf normalerweise ab.


Auch die stillende Mutter braucht mehr Flüssigkeit


Stillende Frauen sollten bei Hitze besonders aufmerksam auf den eigenen Durst achten. Sinnvoll ist es, bei jedem Stillplatz ein Getränk bereitzustellen und regelmäßig über den Tag verteilt zu trinken.

Geeignet sind beispielsweise:

  • Wasser,

  • Mineralwasser,

  • ungesüßte Kräuter- oder Früchtetees,

  • stark verdünnte Saftschorlen,

  • Wasser mit Gurke, Melisse oder einigen Beeren.

Es ist nicht notwendig, zwanghaft sehr große Mengen zu trinken. Der eigene Durst, die Urinfarbe und das körperliche Befinden sind gute Orientierungspunkte. Sehr dunkler Urin, Kopfschmerzen, Schwindel oder ein trockener Mund können Hinweise darauf sein, dass mehr Flüssigkeit benötigt wird.


Was gilt bei Pre-Nahrung?


Auch Babys, die Pre-Nahrung erhalten, dürfen bei Hitze häufiger gefüttert werden. Pre-Nahrung kann grundsätzlich nach Bedarf angeboten werden. Manche Babys trinken bei hohen Temperaturen kleinere Mengen, möchten dafür aber häufiger eine Flasche.

Wichtig ist:

Pre-Nahrung darf niemals stärker verdünnt werden.

Das Verhältnis von Wasser und Milchpulver muss immer genau der Anleitung des Herstellers entsprechen. Zusätzliches Wasser in der Milch verändert die Nährstoff- und Salzkonzentration und kann für das Baby gesundheitlich problematisch werden.

Eltern können stattdessen:

  • häufiger eine frisch zubereitete Flasche anbieten,

  • kleinere Portionen zubereiten,

  • auf frühe Trinkzeichen achten,

  • die Nahrung nicht unnötig warm anbieten,

  • angebrochene oder erwärmte Reste nicht später erneut füttern.

Die deutsche Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung empfiehlt bei Hitze, Flaschenkindern häufiger die Flasche anzubieten. In den ersten vier bis sechs Monaten erhalten Babys normalerweise über Muttermilch beziehungsweise Säuglingsnahrung ausreichend Flüssigkeit.

Ob ein sehr junges, ausschließlich mit Pre-Nahrung ernährtes Baby zusätzlich abgekochtes Wasser bekommen sollte, sollte im Einzelfall mit der Hebamme oder der kinderärztlichen Praxis besprochen werden. Unterschiedliche Fachquellen formulieren hierzu teilweise unterschiedliche Empfehlungen. Keinesfalls sollte Wasser größere Milchmahlzeiten ersetzen.

Sobald das Baby etwa sechs Monate alt ist und Beikost erhält, kann zu den Mahlzeiten Wasser aus einem offenen Becher oder geeigneten Trinklernbecher angeboten werden. Bei Hitze darf auch zwischendurch zusätzlich Wasser gereicht werden. Milch bleibt im ersten Lebensjahr dennoch das wichtigste Getränk.


Woran erkenne ich, ob mein Baby ausreichend Flüssigkeit erhält?


Eltern sollten nicht nur auf einzelne Trinkmengen schauen, sondern das Gesamtbild betrachten.

Beruhigende Zeichen sind:

  • regelmäßig nasse Windeln,

  • heller Urin,

  • feuchte Mundschleimhäute,

  • eine rosige Hautfarbe,

  • normale Wachheit und Reaktionsfähigkeit,

  • kräftiges Trinken,

  • ein insgesamt vertrautes Verhalten.

Warnzeichen für einen möglichen Flüssigkeitsmangel können sein:

  • deutlich weniger nasse Windeln als sonst,

  • sehr dunkler oder stark riechender Urin,

  • trockener Mund,

  • eingesunkene Augen,

  • auffallende Schläfrigkeit,

  • ungewöhnliche Teilnahmslosigkeit,

  • schwaches Trinken,

  • eine eingesunkene Fontanelle,

  • kalte oder marmorierte Haut trotz Wärme.

Bei einem jungen Säugling sollte bei solchen Veränderungen frühzeitig die Hebamme, die kinderärztliche Praxis oder der kinderärztliche Bereitschaftsdienst kontaktiert werden


So bleibt die Wohnung möglichst kühl


Am wirksamsten ist es, die Wärme gar nicht erst vollständig in die Räume hineinzulassen.

Früh morgens und nachts lüften

Die Fenster sollten möglichst dann weit geöffnet werden, wenn die Außentemperatur niedriger ist als die Temperatur in der Wohnung. Meist ist das am frühen Morgen, spät am Abend oder nachts der Fall.

Während der heißesten Tageszeit bleiben Fenster besser geschlossen, wenn draußen deutlich wärmere Luft herrscht.

Räume abdunkeln

Rollläden, Außenjalousien oder Fensterläden schützen besonders gut vor Sonneneinstrahlung. Sind diese nicht vorhanden, helfen auch blickdichte Vorhänge oder innenliegende Rollos.

Je früher die Fenster abgedunkelt werden, desto weniger kann sich das Zimmer aufheizen.

Den kühlsten Raum nutzen

Das Baby muss im Sommer nicht unbedingt im üblichen Schlafzimmer schlafen. Ist ein anderes Zimmer deutlich kühler, kann für einige Nächte dorthin ausgewichen werden. Offizielle Empfehlungen raten dazu, Babys während Hitzeperioden im kühlsten Raum der Wohnung schlafen zu lassen.

Elektrische Geräte reduzieren

Fernseher, Computer, Lampen, Backöfen und andere Geräte geben zusätzliche Wärme ab. Alles, was nicht benötigt wird, sollte ausgeschaltet bleiben.


Darf ein Ventilator im Babyzimmer laufen?


Ein Ventilator kann die Luft im Raum in Bewegung bringen und dadurch das Wärmegefühl verbessern. Er senkt allerdings nicht die tatsächliche Raumtemperatur.

Der Luftstrom sollte niemals dauerhaft direkt auf das Baby gerichtet sein. Sinnvoller ist es, den Ventilator so aufzustellen, dass er die Raumluft bewegt oder nachts kühlere Luft vom Fenster in den Raum transportiert. Kabel und Gerät müssen außerhalb der Reichweite des Kindes stehen.

Auch eine Klimaanlage darf genutzt werden, sofern der Raum nicht stark heruntergekühlt wird und das Baby nicht im direkten Luftstrom liegt. Große und schnelle Temperaturunterschiede sind zu vermeiden.


Was kann das Baby nachts anziehen?


Ein Schlafsack ist kein Muss, wenn es im Schlafzimmer sehr warm ist.

An besonders heißen Nächten können – abhängig von der tatsächlichen Raumtemperatur – ausreichen:

  • nur eine Windel,

  • eine Windel und ein dünner Kurzarmbody,

  • ein leichter ärmelloser Body,

  • ein sehr dünner Sommerschlafsack mit passendem TOG-Wert,

  • ein dünner Schlafanzug ohne Füße, wenn es etwas kühler ist.

Bei sehr hohen Raumtemperaturen ist es vollkommen in Ordnung, das Baby nur in einer Windel schlafen zu lassen. Sowohl deutsche als auch britische Empfehlungen weisen darauf hin, dass an heißen Tagen und Nächten deutlich weniger Kleidung nötig sein kann.

Entscheidend ist nicht allein die Zahl auf dem Thermometer, sondern wie sich das Baby anfühlt.

Der Nackentest

Fühlt sich der Nacken des Babys angenehm warm und trocken an, ist die Kleidung meist passend.

Ist der Nacken sehr heiß, feucht oder verschwitzt, sollte eine Schicht ausgezogen werden.

Kühle Hände oder Füße bedeuten dagegen nicht automatisch, dass dem Baby kalt ist. Die Temperatur der Hände ist bei Säuglingen kein zuverlässiger Maßstab für die Körpertemperatur.

Mütze, dicke Socken, Decken, Nestchen, Felle oder zusätzliche Polsterungen gehören in einer heißen Nacht nicht ins Babybett. Überwärmung sollte auch im Hinblick auf einen sicheren Babyschlaf vermieden werden.


Wie kann das Baby vor dem Schlafen zur Ruhe kommen?


Hitze kann das Einschlafen erschweren. Das Baby ist müde, findet aber körperlich nicht gut in die Entspannung. Dann helfen meist keine zusätzlichen Reize, sondern eine möglichst ruhige, reizreduzierte Begleitung.

Hilfreich können sein:

  • ein lauwarmes Bad,

  • das Abwaschen von Gesicht, Händen, Armen und Beinen mit einem lauwarmen Waschlappen,

  • gedämpftes Licht,

  • wenig Lärm und Aktivität,

  • langsame Bewegungen,

  • ruhiges Tragen,

  • Stillen oder Füttern nach Bedarf,

  • leichter Hautkontakt, sofern beide dabei nicht zusätzlich überhitzen,

  • ein kühles, ruhiges Schlafzimmer.

Das Wasser sollte nicht eiskalt sein. Sehr kaltes Wasser kann unangenehm sein und dazu führen, dass sich die Hautgefäße zusammenziehen. Lauwarmes Wasser wird meist besser vertragen.

Manchmal ist es sinnvoll, das Einschlafen etwas nach hinten zu verschieben, bis die größte Hitze des Tages nachgelassen hat. Die gewohnten Abläufe dürfen dabei grundsätzlich erhalten bleiben. Ein wiederkehrendes Abendritual vermittelt dem Baby auch an ungewöhnlich heißen Tagen Sicherheit.


Körperkontakt trotz Hitze?


Viele Babys benötigen gerade dann mehr Körperkontakt, wenn sie sich unwohl fühlen. Gleichzeitig kann enger Hautkontakt für Eltern und Baby schnell zu warm werden.

Möglich sind beispielsweise:

  • ein dünnes Baumwoll- oder Mulltuch zwischen den Körpern,

  • Tragen nur mit sehr leichter Kleidung,

  • häufigere Pausen vom Tragetuch,

  • ruhiges Halten neben dem Körper statt eng auf der Brust,

  • Stillen in zurückgelehnter oder seitlicher Position,

  • gemeinsames Liegen auf einer festen Unterlage, während ein Elternteil wach bleibt.

Bei der Verwendung einer Tragehilfe muss besonders darauf geachtet werden, dass die Atemwege frei bleiben und das Baby nicht überhitzt. Kopf und Gesicht dürfen nicht von Stoff bedeckt sein.


Unterwegs mit dem Baby


Babys sollten der direkten Sonne möglichst gar nicht ausgesetzt werden. Besonders die intensive Mittagssonne sollte vermieden werden.

Günstiger sind Spaziergänge:

  • am frühen Morgen,

  • am späten Abend,

  • auf schattigen Wegen,

  • in Parks oder im Wald,

  • in der Nähe kühler Innenräume.

Ein Kinderwagen darf niemals vollständig mit einem Mulltuch, einer Decke oder einem anderen Stoff abgedeckt werden. Unter der Abdeckung kann sich die Wärme stauen und die Luftzirkulation deutlich verschlechtern. Besser ist ein geeigneter Sonnenschirm oder ein zum Kinderwagen passendes Sonnensegel, das die Seiten offen lässt.

Ein Baby oder Kleinkind darf außerdem niemals allein im Auto bleiben – auch nicht für wenige Minuten und auch nicht bei geöffnetem Fenster.


Erfrischende Aromatipps für Mama und Papa


Ätherische Öle können keine erhöhte Körpertemperatur senken und ersetzen weder Trinken noch Abkühlung. Bestimmte Düfte können bei Erwachsenen jedoch ein subjektiv frisches, belebendes oder entspannendes Gefühl erzeugen.

Insbesondere Menthol aus der Pfefferminze aktiviert Kälterezeptoren der Haut. Dadurch fühlt sich die behandelte Stelle kühler an, obwohl die tatsächliche Körpertemperatur nicht wesentlich sinkt.

Wichtig: Die folgenden Anwendungen sind ausschließlich für Erwachsene gedacht. Sie sollten nicht beim Baby, nicht auf Babyhaut und nicht direkt in der Nähe seines Gesichts angewendet werden.


1. Pfefferminzhydrolat als Erfrischungsspray

Pfefferminzhydrolat ist deutlich milder als ätherisches Pfefferminzöl. Es kann im Kühlschrank aufbewahrt und bei Bedarf verwendet werden.

Anwendung für Erwachsene:

  • auf Unterarme, Beine oder Nacken sprühen,

  • alternativ auf ein Tuch sprühen und in den Nacken legen,

  • Augen und Schleimhäute aussparen,

  • vor dem Kontakt mit dem Baby kurz trocknen lassen.

Das Hydrolat sollte nicht in Richtung des Babys, über dem Wickeltisch oder in das Babybett gesprüht werden.


2. Kühler Nackenwickel für Eltern

Ein kleines Baumwolltuch mit kühlem, nicht eiskaltem Wasser anfeuchten. Anschließend etwas Pfefferminzhydrolat auf das Tuch sprühen und für einige Minuten in den Nacken legen.

Diese Anwendung ist besonders angenehm beim Stillen, Füttern oder längeren Tragen – vorausgesetzt, das Tuch und der Pfefferminzduft kommen nicht an Gesicht oder Haut des Babys.


3. Sanftes Pfefferminz-Körperöl für Erwachsene

Für ein mildes, kühlendes Körperöl kann eine sehr niedrige Konzentration gewählt werden:

  • 20 Milliliter Jojobaöl oder ein anderes Pflanzenöl,

  • 1 bis maximal 2 Tropfen ätherisches Pfefferminzöl.

Gut vermischen und sparsam auf Unterschenkel, Füße oder Unterarme auftragen.

Nicht anwenden:

  • unverdünnt,

  • im Gesicht,

  • auf Schleimhäuten,

  • auf verletzter oder gereizter Haut,

  • an Brust, Dekolleté oder Händen vor dem Stillen,

  • unmittelbar vor engem Hautkontakt mit dem Baby.

Menthol kann Haut und Augen reizen. Ätherisches Pfefferminzöl sollte deshalb grundsätzlich verdünnt werden.

Stillende Frauen sollten Pfefferminzöl vorsichtig und nur kleinflächig einsetzen. Größere Mengen und eine regelmäßige intensive Anwendung sind nicht zu empfehlen, insbesondere wenn bereits Unsicherheit bezüglich der Milchmenge besteht.


4. Aroma-Riechstift für müde Eltern

Für einen persönlichen Aroma-Riechstift eignen sich beispielsweise:

  • 2 Tropfen Pfefferminze,

  • 2 Tropfen Zitrone,

  • 1 Tropfen Lavendel fein.

Die Mischung wird auf den Duftträger des Riechstiftes gegeben. Der Riechstift ist ausschließlich für den Erwachsenen gedacht und wird nur kurz mit etwas Abstand zur Nase verwendet.

Er muss verschlossen und außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahrt werden. Er sollte nicht verwendet werden, während das Baby direkt vor dem Gesicht oder an der Brust liegt.

Zitrusöle können frisch und belebend wirken. Werden sie auf der Haut angewendet, muss je nach Herstellungsart eine mögliche phototoxische Wirkung berücksichtigt werden. Für die unkomplizierte Anwendung ist ein persönlicher Riechstift deshalb besser geeignet als ein Zitrusöl auf sonnenexponierter Haut.


5. Lavendelhydrolat für angespannte Eltern

Lavendelhydrolat kühlt nicht in gleicher Weise wie Pfefferminze, kann aber als sanfter, beruhigender Begleiter verwendet werden, wenn Hitze, Schlafmangel und ein unruhiges Baby die Eltern zusätzlich anspannen.

Für Erwachsene kann es:

  • auf ein persönliches Tuch gesprüht,

  • als Gesichtsspray mit geschlossenen Augen verwendet,

  • oder auf Unterarme und Nacken gegeben werden.

Auch hier gilt: nicht über dem Baby versprühen und Duftprodukte nicht in das Babybett geben.


6. Erfrischendes Fußbad – lieber ohne frei schwimmendes Öl

Ein kühles bis lauwarmes Fußbad kann den Eltern besonders am Abend guttun. Ätherische Öle sollten jedoch nicht einfach in das Wasser getropft werden, da sie sich nicht mit Wasser verbinden und konzentriert auf der Haut landen können.

Eine sichere und unkomplizierte Variante ist:

  • kühles bis lauwarmes Wasser,

  • einige frische Minzblätter,

  • Zitronenscheiben,

  • anschließend Pfefferminzhydrolat auf die Füße sprühen.

Wer ätherische Öle im Fußbad verwenden möchte, benötigt einen dafür geeigneten Lösungsvermittler und sollte die Dosierung des Herstellers beachten.


Düfte im Familienalltag: Weniger ist mehr


Babys orientieren sich stark am natürlichen Geruch ihrer Eltern. Intensive Raumdüfte, Duftlampen, Diffuser oder Raumsprays können für ein junges Baby schnell zu viel sein.

Deshalb empfehle ich in Familien mit Säuglingen:

  • ätherische Öle möglichst personenbezogen statt raumfüllend anzuwenden,

  • keinen Diffuser dauerhaft im Wohn- oder Schlafzimmer laufen zu lassen,

  • Menthol, Kampfer und stark cineolhaltige Öle nicht in unmittelbarer Nähe des Babys zu vernebeln,

  • keine ätherischen Öle auf Brust oder Hände vor dem Stillen aufzutragen,

  • Produkte sicher und für Kinder unerreichbar aufzubewahren,

  • bei Kopfschmerzen, Asthma, Allergien oder empfindlicher Haut besonders vorsichtig zu sein.

Ein gekühltes Hydrolat, ein persönlicher Riechstift oder ein mildes Körperöl für Beine und Füße ist meist vollkommen ausreichend.


Wann braucht ein Baby medizinische Hilfe?


Bitte holt zeitnah medizinischen Rat ein, wenn euer Baby:

  • ungewöhnlich schläfrig oder schwer weckbar ist,

  • deutlich weniger trinkt,

  • kaum noch nasse Windeln hat,

  • wiederholt erbricht,

  • sehr schnell oder auffällig atmet,

  • sehr heiß ist und sich nicht abkühlen lässt,

  • teilnahmslos oder schlaff wirkt,

  • eine graue, bläuliche oder marmorierte Hautfarbe zeigt,

  • Krampfanfälle entwickelt,

  • oder ihr als Eltern das Gefühl habt, dass etwas nicht stimmt.

Bei einer Körpertemperatur von 40 Grad Celsius oder mehr beziehungsweise bei Anzeichen eines Hitzschlags ist sofortige medizinische Hilfe erforderlich. Das Kind sollte in eine kühle Umgebung gebracht, von überflüssiger Kleidung befreit und mit kühlen, aber nicht eiskalten Maßnahmen versorgt werden.

Bei Neugeborenen und jungen Säuglingen gilt grundsätzlich: lieber einmal zu früh nachfragen als zu lange abwarten.


Mein wichtigster Tipp für heiße Tage


An sehr heißen Tagen darf der Alltag langsamer werden.

Das Baby muss jetzt keine langen Ausflüge, Besuche oder besonderen Aktivitäten bewältigen. Ein kühler Raum, häufiges Trinken, wenig Kleidung, viel Ruhe und verlässliche Nähe sind meist genau das, was es braucht.

Und auch Eltern dürfen ihre Ansprüche reduzieren. Wer stillt, füttert, trägt und gleichzeitig selbst mit Kreislauf und Schlafmangel kämpft, leistet bereits sehr viel. Ausreichend zu trinken, Pausen zu machen und sich selbst mit einer kühlen Kompresse oder einem erfrischenden Hydrolat etwas Gutes zu tun, ist keine Nebensache. Es hilft den Eltern, auch für ihr Baby ruhig und ansprechbar zu bleiben.

Denn Regulation beginnt nicht mit Perfektion, sondern mit Sicherheit, Nähe und einem möglichst gut versorgten Gegenüber.


Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle medizinische, stillberaterische oder kinderärztliche Beratung.



 
 
 

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